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Bagatellschadenfälle - was ist zu beachten?

Bagatellschadenfälle werden häufig unterschätzt und auf die leichte Schulter genommen. Bei modernen Fahrzeugen ist von außen oft kein Schaden erkennbar, die Beschädigigungen liegen im Bereich der verdeckten Fahrzeugteile, wie beispielsweise Abschlussblech, oder Quer- und Längsträgern.

Im Bagatellschadenfall sind vor allem zwei Dinge zu beachten! Zum einen ist es wichtig sicherzustellen, dass es sich wirklich um einen Kleinstschaden handelt und weitere Risiken sicher ausgeschlossen werden können.

Zum anderen ist es wichtig für die Schadenschätzung möglichst kein Geld auszugeben, denn die Versicherung wird angefallene Kosten im Regelfall nicht erstatten. Überschreitet der Schaden hingegen die Bagatellgrenze von derzeit ca. 750 Euro bis 1.000 Euro, so ist es gerechtfertigt einen Gutachter hinzuzuziehen.

Bagatellschaden - das gilt es zu beachten
Bagatellschaden - was ist zu beachten

Im Bagatellschadenfall sind vor allem zwei Dinge zu beachten! Zum einen ist es wichtig sicherzustellen, dass es sich wirklich um einen Kleinstschaden handelt und weitere Risiken sicher ausgeschlossen werden können. Zum anderen ist es wichtig für die Schadenschätzung möglichst kein Geld auszugeben, denn die Versicherung wird angefallene Kosten im Regelfall nicht erstatten. Überschreitet der Schaden hingegen die Bagatellgrenze von derzeit 750 Euro bis 1.000 Euro, so ist es gerechtfertigt einen Gutachter hinzuzuziehen.

Schäden richtig einordnen - Abgrenzung von Bagatellschäden und Unfallschäden

Die Situation ist etwas unbefriedigend, denn häufig stellen sich vermeintliche Bagatellschäden bei genauerer Betrachtung als verdeckte Unfallschäden heraus. Diese liegen dann schnell im Bereich mehrerer tausend Euro. Um nicht später auf den Kosten des Schadens sitzen zu bleiben, ist eine zeitnahe Abgrenzung wichtig. Ein zu spät erkannter Schaden kann in der Abwicklung erhebliche Probleme nach sich ziehen und im schlimmsten Fall die Regulierung kosten.

Abwicklungen auf Basis vermeintlicher Bagatellschäden gehen ohne die Einschätzung eines Profis häufig am eigentlichen Schadenausmaß vorbei.

Sicherheit Schadenfall

Das Risiko ist den Geschädigten oft nicht bewusst! Die Versicherung drängt mit Hinweis auf die Schadenminderungspflicht zunächst immer auf einen einfachen Kostenvoranschlag. Diese Strategie ist mit Vorsicht zu genießen, denn der Kostenvoranschlag bringt als Regulierungsbasis zahlreiche Nachteile mit sich.

So liegt beispielsweise das Prognoserisiko im Falle eines Kostenvoranschlags beim Reparaturbetrieb. Entpuppt sich der vermeintliche Bagatellschaden später als verdeckter Unfallschaden wird die Versicherung regelmäßig auf den Reparaturbetrieb verweisen.

Reparaturkostenausweitungen werden so auf die Geschädigten und die Reparaturbetriebe verlagert. Die Folgen werden erst bei einem späteren Verkauf des Fahrzeugs oder der Rückgabe des Leasingwagens erkannt. Die Geltendmachung von früheren Schadenersatzansprüchen ist zu diesem Zeitpunkt jedoch nur noch schwer oder gar nicht mehr möglich. Schäden gehen damit zu Lasten der Geschädigten.

Lassen Sie Ihren Wagen nach einem Unfall daher stets von einem Profi überprüfen! Wir bieten den Check Ihres Fahrzeugs als Kundenservice an, gerne werfen wir kostenfrei einen professionellen Blick auf Ihren Schaden und sprechen mit Ihnen über vorhandene Risiken.

Die Situation ist etwas unbefriedigend, denn häufig stellen sich vermeintliche Bagatellschäden bei genauerer Betrachtung als verdeckte Unfallschäden heraus. Diese liegen schnell im Bereich mehrerer tausend Euro. Um nicht später auf einem Schaden sitzen zu bleiben, ist eine zeitnahe Abgrenzung wichtig. Ein zu spät erkannter Schaden kann in der Abwicklung erhebliche Probleme nach sich ziehen und im schlimmsten Fall die Regulierung kosten. Abwicklungen auf Basis vermeintlicher Bagatellschäden gehen ohne die Einschätzung eines Profis häufig am eigentlichen Schadenausmaß vorbei.

Sicherheit Schadenfall

Das Risiko ist den Geschädigten oft nicht bewusst! Die Versicherung drängt mit Hinweis auf die Schadenminderungspflicht zunächst immer auf einen schnellen Kostenvoranschlag. Diese Strategie ist mit Vorsicht zu genießen, denn der Kostenvoranschlag bringt als Regulierungsbasis zahlreiche Nachteile mit sich.

So liegt beispielsweise das Prognoserisiko im Falle eines Kostenvoranschlags beim Reparaturbetrieb. Entpuppt sich der vermeintliche Bagatellschaden später als verdeckter Unfallschaden wird die Versicherung regelmäßig auf den Reparaturbetrieb verweisen. Reparaturkostenausweitungen werden so auf die Geschädigten und die Reparaturbetriebe verlagert. Die Folgen werden erst bei einem späteren Verkauf des Fahrzeugs oder der Rückgabe des Leasingwagens erkannt. Die Geltendmachung von früheren Schadenersatzansprüchen ist zu diesem Zeitpunkt jedoch nur noch schwer oder gar nicht mehr möglich. Schäden gehen damit zu Lasten der Geschädigten.

Schadenersatzansprüche zeitnah realisieren - Risiken von Folgekosten minimieren

Vorsicht bei vermeintlichen Bagatellschäden - technische BetrachtungDolor Sit Amet

Sie hatten einen Unfall und am Fahrzeug ist eigentlich gar nichts zu sehen? Das ist kein Einzelfall und bei modernen Fahrzeugen nicht ungewöhnlich. Die weichen Außenteile moderner Karosserien sind häufig nicht dafür konstruiert Energie aufzunehmen.

Der Anstoß wird an die dahinter liegenden, Energie absorbierenden, Bauteile weitergeleitet. Diese nehmen die Bewegungsenergie auf und wandeln sie in Verformungsenergie um. Dies ist vor allem für vordere und hintere Stoßfänger und Seitenschweller charakteristisch, denn diese Verkleidungen der Außenkarosserie bestehen häufig aus elastischen Kunststoffen und leiten die Anstoßenergie an die tiefer liegenden Bauteile (Quer- und Längsträger, Abschlussblech, Gepäckraumboden, Unterholme, Seitenschweller, etc.) weiter.

Bei der Krafteinwirkung durch einen Anstoß erfolgt eine temporäre elastische Verformung des flexiblen Kunststoffaußenteils, das Bauteil federt nach dem Anstoß jedoch wieder in die ursprüngliche Form zurück und von außen ist dadurch kein Schaden erkennbar. Die Bewegungsenergie des Anstoßes wird von tiefer liegenden Bauteilen absorbiert. Diese nehmen die Bewegungsenergie gezielt auf und wandeln Sie in Verformungsenergie um. Die innen liegenden Bauteile werden dabei plastisch verformt, verbiegen, stauchen oder brechen und sind für den kraftfahrzeugtechnischen Laien nicht als beschädigt zu erkennen.

Aufbau Seitenrahmen

Die Explosivzeichnung rechts zeigt einen hierfür typischen Aufbau - einen Seitenwandrahmen aus Stahl mit einer Schwellerverkleidung aus flexiblem Kunststoff. Der Abstand der Schwellerverkleidung zum Seitenwandrahmen beträgt nur wenige Zentimeter.

Energie absorbierende Bauteile können ihre konstruktive Funktion im Regelfall nur einmal erfüllen! Ein beschädigtes Bauteil kann bei einem ähnlich gelagerten erneuten Unfall die Bewegungsenergie kein zweites mal gezielt in Verformungsenergie umwandeln.

Aufbau Seitenrahmen

ABei der Krafteinwirkung durch einen Anstoß erfolgt eine temporäre elastische Verformung des flexiblen Kunststoffaußenteils, das Bauteil federt nach dem Anstoß jedoch wieder in die ursprüngliche Form zurück und von außen ist dadurch kein Schaden erkennbar. Die Bewegungsenergie des Anstoßes wird von tiefer liegenden Bauteilen absorbiert. Diese nehmen die Bewegungsenergie des Anstoßes gezielt auf und wandeln Sie in Verformungsenergie um. Die innen liegenden Bauteile werden dabei plastisch verformt, verbiegen, stauchen oder brechen und sind für den kraftfahrzeugtechnischen Laien nicht als beschädigt zu erkennen. Die Explosivzeichnung zeigt einen hierfür typischen Aufbau - einen Seitenwandrahmen aus Stahl mit einer Schwellerverkleidung aus flexiblem Kunststoff. Der Abstand der Schwellerverkleidung zum Seitenwandrahmen beträgt nur wenige Zentimeter.

Energie absorbierende Bauteile können ihre konstruktive Funktion im Regelfall nur einmal erfüllen! Ein beschädigtes Bauteil kann bei einem ähnlich gelagerten erneuten Unfall die Bewegungsenergie kein zweites mal gezielt in Verformungsenergie umwandeln.

Verkehrssicherheit und Unfallsicherheit bei Folgeschäden nicht unterschätzen!

Beispiel für einen vermeintlichen Bagatellschaden

Beispiel für einen vermeintlichen Bagatellschaden

vermeintlicher Bagatellschaden 1 von 11

Klassischer Auffahrunfall - zunächst ein vermeintlicher Bagatellschaden

Zu beurteilen ist ein Heckschaden an einem Pkw der oberen Mittelklasse nach einem Auffahrunfall bei einer geschätzten Kollisionsgeschwindigkeit von ca. 15 Km/h. Der Audi A6 war in eine typische Schadenkonstellation verwickelt, in der beide unfallbeteiligten Fahrzeuge in Bewegung waren. Am Fahrzeugheck des Audi A6 sind auf den ersten Blick kaum Schäden erkennbar. Nun gilt es das Risiko richtig einzuschätzen und das Fahrzeug mit dem Ergebnis der Risikobewertung genauer zu untersuchen.

vermeintlicher Bagatellschaden 2 von 11

Nahaufnahme Stoßfänger hinten

Schäden sind häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar, das liegt am konstruktiven Aufbau moderner Fahrzeuge. In der ersten Beurteilung wird der Schaden schnell als Bagatellschaden eingestuft. Die Spaltmaße verlaufen sauber und unauffällig. Von außen sind leichte Quetschungen und Kratzer am hinteren Stoßfänger erkennbar. Ein Schadensbild, dass vermeintlich keinen großen Schaden vermuten lässt. Konstruktiv bedingt gibt der elastische Stoßfänger jedoch beim Unfall stark nach und federt im Anschluss wieder in die Ausgangslage zurück.

vermeintlicher Bagatellschaden 3 von 11

Aufnahme Unterboden

Eine erste Inaugenscheinnahme des Unterbodens von außen lässt keine Beschädigungen vermuten. Die untere Verbindung des Stoßfängers mit der Karosserie ist nicht verformt oder gebrochen, es sind keine Halter abgerissen und weder Einbeulungen noch Kratzer am Unterboden oder am Stoßfänger erkennbar.

vermeintlicher Bagatellschaden 4 von 11

Aufnahme Gepäckraum

Auch hier sind für den Laien zunächst keine Schäden erkennbar. Das Schließverhalten des Heckdeckels ist einwandfrei und lässt keine Beschädigung vermuten. Es sind keine Verspannungen erkennbar und der Heckdeckel sitzt an der korrekten Postition. Die Kunststoff Verkleidung des Abschlussblechs sitzt ordentlich und weist keine Bruchstellen auf. Das Reserverad ist nicht eingeklemmt und lässt sich ohne Probleme aus- und einbauen.

vermeintlicher Bagatellschaden 5 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet stellt sich die Sache anders dar. Bei genauerer Überprüfung ergeben sich Schäden an der Auspuffanlage, sowie an der hinteren Karosserie. Durch die Dynamik des Auffahrunfalls (siehe weiter unten - klassische Konstellation Heckauffahrunfall) erfolgte der Aufprall auf den Audi A6 tiefer als im statischen Zustand. Die Dynamik der unfallbeteiligten Fahrzeuge wirkt sich auf das Schadensbild oft deutlich aus! Im stehenden Zustand hingegen befinden sich die Stoßfänger der beiden beteiligten PKW auf gleicher Höhe.

vermeintlicher Bagatellschaden 6 von 11

Detailaufnahme Gepäckraum innen

Bei den meisten Fahrzeugen ist es mit wenigen Handgriffen möglich den Gepäckraumboden freizulegen. Das Foto zeigt den Gepäckraumboden von innen - das Abschlussblech ist eingedrückt und der Gepäckraumboden weist einen Knick auf.

vermeintlicher Bagatellschaden 7 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Das Abschlussblech ist verbogen und die Reserveradwanne eingedrückt. Der vermeintliche Bagatellschaden stellt sich inzwischen als komplexer Unfallschaden heraus. Neben dem beschädigten Stoßfänger sind diverse weitere Schäden aufgetaucht. Die erforderlichen Mechanik-, Elektrik-, Karosserie- und Lackierabeiten sind umfangreich und verursachen bereits ohne erforderliche Ersatzteile mehrere tausend Euro.

vermeintlicher Bagatellschaden 8 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Der flexible Stoßfänger hat durch den Anstoß so stark nachgegeben, dass er die dahinterliegende Karosserie beschädigt hat. Der Schaden ist von außen für den Laien jedoch nicht zu erkennen, da der Stoßfänger wieder in die Ausgangslage zurückgefedert ist. Bei der Beurteilung eines Schadens ist der konstruktive Aufbau eines Fahrzeugs ein entscheidendes Kriterium. Kenntnis über die verbauten Materialien und den Fahrzeugaufbau lassen Rückschlüsse auf die Kräftewirkungen zu.

vermeintlicher Bagatellschaden 9 von 11

Audi A6 Explosivzeichnung des Fahrzeughecks

Das Fahrzeugheck weist einen typischen Aufbau moderner Fahrzeuge auf. Der außen liegende Stoßfänger besteht aus flexiblem Kunststoff. Direkt dahinter sitzt der Querträger, welcher mit Pralldämpferelementen (Crashboxen) auf die hinteren Längsträger aufgeschraubt ist. Weiter innen liegend beginnt das Abschlussblech, welches im Verbund mit Gepäckraumboden und Reserveradwanne steht.

vermeintlicher Bagatellschaden 10 von 11

Klassische Konstellation Heckauffahrunfall

Das Beispielfoto macht eine klassische Situation eines Heckauffahrunfalls deutlich. Die Dynamik des Verkehrsunfalls ist für die Eingrenzung eines Schadens von großer Bedeutung. Beim Bremsvorgang federt die Karosserie vorne ein und hinten aus. Das Auffahrende Fahrzeug liegt vorne somit wesentlich tiefer, während das angestoßene Fahrzeug durch den Bremsvorgang hinten wesentlich höher liegt. Die Berührpunkte der beiden Fahrzeuge in der gezeigten Dynamik unterscheiden sich erheblich vom statischen Zustand ohne Bewegung.

vermeintlicher Bagatellschaden 11 von 11

Die Reparaturkosten des vermeintlichen Bagatellschadens belaufen sich am Ende auf brutto 3.892,33 Euro

Bei der Eingrenzung eines Schadens spielen der konstruktive Aufbau eines Fahrzeugs eine ebenso große Rolle wie die Dynamik des Unfalls. Dieses Beispiel macht deutlich wie wichtig es ist, einen optisch unbedeutenden Schaden nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Vermeintlicher Bagatellschaden 1 von 11

Klassischer Auffahrunfall - zunächst ein vermeintlicher Bagatellschaden

Zu beurteilen ist ein Heckschaden an einem Pkw der oberen Mittelklasse nach einem Auffahrunfall bei einer geschätzten Kollisionsgeschwindigkeit von ca. 15 Km/h. Der Audi A6 war in eine typische Schadenkonstellation verwickelt, in der beide unfallbeteiligten Fahrzeuge in Bewegung waren. Am Fahrzeugheck des Audi A6 sind auf den ersten Blick kaum Schäden erkennbar. Nun gilt es das Risiko richtig einzuschätzen und das Fahrzeug mit dem Ergebnis der Risikobewertung genauer zu untersuchen.

Vermeintlicher Bagatellschaden 2 von 11

Nahaufnahme Stoßfänger hinten

Schäden sind häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar, das liegt am konstruktiven Aufbau moderner Fahrzeuge. In der ersten Beurteilung wird der Schaden schnell als Bagatellschaden eingestuft. Die Spaltmaße verlaufen sauber und unauffällig. Von außen sind leichte Quetschungen und Kratzer am Stoßfänger erkennbar. Ein Schadensbild, dass vermeintlich keinen großen Schaden vermuten lässt. Konstruktiv bedingt gibt der elastische Stoßfänger jedoch beim Unfall stark nach und federt im Anschluss wieder in die Ausgangslage zurück.

Vermeintlicher Bagatellschaden 3 von 11

Aufnahme Unterboden

Eine erste Inaugenscheinnahme des Unterbodens von außen lässt keine Beschädigungen vermuten. Die untere Verbindung des Stoßfängers mit der Karosserie ist nicht verformt oder gebrochen, es sind keine Halter abgerissen und weder Einbeulungen noch Kratzer am Unterboden oder am Stoßfänger erkennbar.

Vermeintlicher Bagatellschaden 4 von 11

Aufnahme Gepäckraum

Auch hier sind für den Laien zunächst keine Schäden erkennbar. Das Schließverhalten des Heckdeckels ist einwandfrei und lässt keine Beschädigung vermuten. Es sind keine Verspannungen erkennbar und der Heckdeckel sitzt an der korrekten Postition. Die Kunststoff Verkleidung des Abschlussblechs sitzt ordentlich und weist keine Bruchstellen auf. Das Reserverad ist nicht eingeklemmt und lässt sich ohne Probleme aus- und einbauen.

Vermeintlicher Bagatellschaden 5 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet stellt sich die Sache anders dar. Bei genauerer Überprüfung ergeben sich Schäden an der Auspuffanlage, sowie an der hinteren Karosserie. Durch die Dynamik des Auffahrunfalls (siehe weiter unten - klassische Konstellation Heckauffahrunfall) erfolgte der Aufprall auf den Audi A6 tiefer als im statischen Zustand. Die Dynamik der unfallbeteiligten Fahrzeuge wirkt sich auf das Schadensbild oft deutlich aus! Im stehenden Zustand hingegen befinden sich die Stoßfänger der beiden beteiligten PKW auf gleicher Höhe.

Vermeintlicher Bagatellschaden 6 von 11

Detailaufnahme Gepäckraum innen

Bei den meisten Fahrzeugen ist es mit wenigen Handgriffen möglich den Gepäckraumboden freizulegen. Das Foto zeigt den Gepäckraumboden von innen - das Abschlussblech ist eingedrückt und der Gepäckraumboden weist einen Knick auf.

Vermeintlicher Bagatellschaden 7 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Das Abschlussblech ist verbogen und die Reserveradwanne eingedrückt. Der vermeintliche Bagatellschaden stellt sich inzwischen als komplexer Unfallschaden heraus. Neben dem beschädigten Stoßfänger sind diverse weitere Schäden aufgetaucht. Die erforderlichen Mechanik-, Elektrik-, Karosserie- und Lackierabeiten sind umfangreich und verursachen bereits ohne erforderliche Ersatzteile mehrere tausend Euro.

Vermeintlicher Bagatellschaden 8 von 11

Detailaufnahme Unterboden

Der flexible Stoßfänger hat durch den Anstoß so stark nachgegeben, dass er die dahinterliegende Karosserie beschädigt hat. Der Schaden ist von außen für den Laien jedoch nicht zu erkennen, da der Stoßfänger wieder in die Ausgangslage zurückgefedert ist. Bei der Beurteilung eines Schadens ist der konstruktive Aufbau eines Fahrzeugs ein entscheidendes Kriterium. Kenntnis über die verbauten Materialien und den Fahrzeugaufbau lassen Rückschlüsse auf die Kräftewirkungen zu.

Vermeintlicher Bagatellschaden 9 von 11

Audi A6 Explosivzeichnung des Fahrzeughecks

Das Fahrzeugheck weist einen typischen Aufbau moderner Fahrzeuge auf. Der außen liegende Stoßfänger besteht aus flexiblem Kunststoff. Direkt dahinter sitzt der Querträger, welcher mit Pralldämpferelementen (Crashboxen) auf die hinteren Längsträger aufgeschraubt ist. Weiter innen liegend beginnt das Abschlussblech, welches im Verbund mit Gepäckraumboden und Reserveradwanne steht.

Vermeintlicher Bagatellschaden 10 von 11

Klassische Konstellation Heckauffahrunfall

Das Beispielfoto macht eine klassische Situation eines Heckauffahrunfalls deutlich. Die Dynamik des Verkehrsunfalls ist für die Eingrenzung eines Schadens von großer Bedeutung. Beim Bremsvorgang federt die Karosserie vorne ein und hinten aus. Das Auffahrende Fahrzeug liegt vorne somit wesentlich tiefer, während das angestoßene Fahrzeug durch den Bremsvorgang hinten wesentlich höher liegt. Die Berührpunkte der beiden Fahrzeuge in der gezeigten Dynamik unterscheiden sich erheblich vom statischen Zustand ohne Bewegung.

Die Reparaturkosten des vermeintlichen Bagatellschadens belaufen sich am Ende auf brutto 3.892,33 Euro

Bei der Eingrenzung eines Schadens spielen der konstruktive Aufbau eines Fahrzeugs eine ebenso große Rolle wie die Dynamik des Unfalls. Dieses Beispiel macht deutlich wie wichtig es ist, einen optisch unbedeutenden Schaden nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Nehmen Sie vermeintliche Bagatellschäden nicht auf die leichte Schulter

Erste Selbsteinschätzung - Schäden richtig deuten - worauf ist zu achten?

Ab einer gewissen Schadenkomplexität ist ein Profi für die vollständige Eingrenzung eines Schadens sicher unumgänglich. Eine erste Selbsteinschätzung jedoch ist mit etwas technischem Verständnis und Interesse für die Materie ohne weiteres möglich.
 

Schadensbild eingrenzen - was ist zu sehen?

Prüfen Sie das Schadensbild - was ist zu sehen? Kratzer, Schrammen, Dellen, Beulen, Quetschungen, Verformungen, Bruchstellen, Risse, Stauchungen, Knicke, etc. 

Betroffene Karosserieteile festlegen - was ist beschädigt?

Welche Bauteile sind betroffen? Stoßfänger, Türen, Vorderkotflügel, Motorhaube, Heckklappe (sogenannte Montageteile) sind bei den meisten Fahrzeugen geschraubt und daher einfach zu ersetzen. Hinterkotflügel, A-Säulen, B-Säulen, C-Säulen, D-Säulen, Abschlussblech, Seitenschweller, Dach mit Dachrahmen, Radhäuser oder Karosserieinnenteile, sowie der gesamte Karosserieunterboden stehen im Regelfall im festen Verbund mit der Karosserie und sind verschweißt, genietet und geklebt - der Austausch dieser Bauteile ist komplex und teuer! Derartige Reparaturen hinterlassen häufig Reparaturspuren. Der Austausch von Montageteilen hingegen ist günstig und hinterlässt kaum Spuren. 

Betroffene Materialien festlegen - Schadensbild? 

Jede Materialart zeigt eine andere Schadencharakteristik - harter Kunststoff bricht (Rückleuchten, Blinkleuchten, Rückstrahler, Scheinwerfer, Frontgrill, Außenspiegel, etc.), weicherer Kunststoff gibt nach (Stoßfängerverkleidungen, Vorderkotflügel, Blenden, Abdeckungen), Metallteile verformen (Motorhaube, Vorder- und Hinterkotflügel, Säulen, Dachrahmen, Dach, Türen, Schweller, Heckklappen, etc.), 

Konstruktion - welcher Fahrzeugaufbau liegt vor?

Besteht ein Risiko, dass innenliegende Bauteile betroffen sind? Dies ist häufig bei Stoßfängerverkleidungen der Fall. Die flexible Stoßfängerverkleidung gibt beim Anstoß nach und die innenliegenden Karosserieteile absorbieren die Anstoßenergie. 

Orientierung an der Fahrzeugsymmetrie - Spaltmaße prüfen

Nutzen Sie die Fahrzeugsymmetrie und vergleichen Sie die beschädigte Seite mit der unbeschädigten. Gibt es Abweichungen im Bereich der Spaltmaße? Sind Karosserieteile verschoben oder stehen einseitig ab? 

Instandsetzung / Reparatur - welche Arbeiten sind erforderlich? 

Im Bereich der Unfallinstandsetzung gibt es Mechanikarbeiten, Elektrikarbeiten, Karosseriearbeiten und Lackierarbeiten. Mechanik- und Elektrikarbeiten sind meist günstiger, Karosserie- und Lackierarbeiten im Regelfall teurer.

Selbsteinschätzung Reparaturkosten - wie hoch ist der Schaden an meinem Auto? 

Fahrzeugklasse, Bauart und Ausstattung sind unterschiedlich, doch typische Schäden lösen meist typische Arbeitsschritte aus - hierdurch wird eine grobe erste Einschätzung möglich. Den folgenden Beispielen liegen markengebundene Fachwerkstattlöhne der Region München (2017) inklusive 19% MwSt. zu Grunde (freie Werkstätten liegen preislich häufig um 20-40% darunter).
 

Beispiel 1 - Stoßfänger verkratzt - Lackierung möglich

Stoßfänger demontieren - zerlegen - lackieren - zusammenbauen - montieren - Orientierungswert Reparaturkosten Kleinwagen 600 Euro - Mittelklasse 1300 Euro - Oberklasse 1600 Euro.

Beispiel 2 - Stoßfänger gequetscht - Erneuerung erforderlich

Stoßfänger demontieren - zerlegen - Stoßfänger erneuern - Neuteil lackieren - Stoßfänger zusammenbauen - montieren - Orientierungswert Reparaturkosten Kleinwagen 800 Euro - Mittelklasse 1600 Euro - Oberklasse 3000 Euro

Beispiel 3 - Vorderkotfügel verkratzt - Lackierung möglich

Vorderkotflügel demontieren - lackieren - montieren - Orientierungswert Reparaturkosten Kleinwagen 600 Euro - Mittelklasse 900 Euro - Oberklasse 1200 Euro 

Sind zwei oder mehr Bauteile betroffen, so wird die Bagatellgrenze meist schon überschritten

Kann ich im Bagatellschadenfall einen Gutachter einschalten? Wer trägt die Kosten?

Sollten Sie am Unfall keine Schuld tragen, so werden die Kosten für die Erstellung eines Kfz Gutachtens ab einer Schadenhöhe von 750 Euro bis 1.000 Euro übernommen (Bagatellgrenze). Die 750 Euro Grenze ist als grober Orientierungswert zu sehen, es ist durchaus möglich den Orientierungswert zu über-, oder zu unterschreiten, je nach Schaden kann die Bagatellgrenze auch höher oder niedriger liegen.

Versicherungsaussagen wie "Wir brauchen kein Gutachten bis 3.000 Euro Schaden" sind rechtlich nicht haltbar. Ob ein Gutachten "gebraucht wird" entscheidet nicht die Versicherung! Sie sind der Geschädigte und ab einem Schaden oberhalb der Bagatellgrenze steht Ihnen der eigene Gutachter rechtmäßig zu. Dies ist nicht umsonst gesetzlich geregelt, denn ein unabhängiges Gutachten bringt Transparenz in Ihren Schadenfall und sichert Sie im Fall von Problemen ab.

Bei Schäden unterhalb der Bagatellgrenze besteht die Schwierigkeit, dass die Versicherung für die Schadenschätzung kein Gutachten bezahlen wird. Dies ist zu Recht der Fall, denn ein Gutachten wäre im Bagatellschadenfall überdimensioniert. Die Kosten würden in keinem vernünftigem Verhältnis zum eingetretenen Schaden stehen. Die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben fällt in Ihre Schadenminderungspflicht.

Reicht die Schadenhöhe für ein Gutachten nicht aus, so ist ein Kurzgutachten eine sichere Alternative

Für sehr geringfügige Schäden kann ein Kostenvoranschlag sinnvoll sein. Klären Sie jedoch im Vorfeld mit der regulierenden Versicherung die Übernahme der Kosten. Die Versicherungen fordern zwar häufig Kostenvoranschläge, sind aber nicht bereit hierfür die Kosten zu tragen. Nach einem Verkehrsunfall gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Schaden nachzuweisen. Zwischen den einzelnen Varianten gibt es große Unterschiede! In unserem Ratgeber finden Sie alle Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen gegenübergestellt.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Einschätzung? Nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung!

Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, kommen Sie mit Ihrem Wagen einfach persönlich bei uns vorbei, wir schätzen Ihren Schaden neutral ein und besprechen mit Ihnen kostenfrei worauf es in Ihrem ganz individuellen Fall ankommt. Eine kostenfreie Ersteinschätzung ist auch auf digitalem Wege möglich. Schildern Sie uns Ihr Anliegen und senden Sie uns aussagekräftige Fotos (Email, Link, MMS, WhatsApp, iMessage). Mit uns als Profi an Ihrer Seite gehen Sie in die Vogelperspektive und verschaffen sich den nötigen Überblick.

Schadenminderungspflicht

Als Geschädigter haben Sie die Pflicht den Schaden und die Schadensfolgen so gering wie möglich zu halten.

Bagatelle

Eine unbedeutende und geringfügige Kleinigkeit. Ein einfach gelagerter Schaden bei dem auch der Laie die Geringfügigkeit sofort einschätzen kann.

Kurzgutachten

Solide Alternative zum unsicheren Kostenvoranschlag (reduzierte Gutachtenvariante)

Bagatellgrenze 2017

Nach aktueller Rechtsprechung liegt die Bagatellgrenze derzeit bei ca. 750 Euro bis 1.000 Euro

Hauptstandort München

Kfz Sachverständigenbüro
Dipl-Ing (FH) André Schrogl Arabellastraße 5/1420
81925 München

Öffnungszeiten 365 Tage
09:00 Uhr bis 22:00 Uhr
(Kernzeiten Standorte)

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